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Papst geißelt europäische Abschottung

in Die evangelische und katholische Welt auch in Ungarn 27.12.2019 11:28
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Franziskus zählt eine lange Liste von Konflikten auf, für die keine Lösung in Sicht ist

Rom/Bethlehem Papst Franziskus hat zu Weihnachten die Abschottungspolitik der reichen Länder gegenüber Flüchtlingen angeprangert. In seiner Weihnachtsbotschaft auf dem Petersplatz in Rom erinnerte er am ersten Feiertag am Mittwoch an das Leid derer, die aus Not ihre Heimatländer verließen. „Es ist die Ungerechtigkeit, die sie dazu zwingt, Wüsten und Meere, die zu Friedhöfen werden, zu überqueren. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie dazu zwingt, unsagbare Misshandlungen, Knechtschaft jeder Art und Folter in den unmenschlichen Auffanglagern zu ertragen. Es ist die Ungerechtigkeit, die sie abweist von Orten, wo sie eine Hoffnung auf ein würdiges Leben haben könnten, und die sie auf Mauern der Gleichgültigkeit stoßen lässt“, sagte Franziskus.

Am Ende seiner Weihnachtsbotschaft spendete der Papst den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis). Dieser wird jährlich zu Weihnachten und Ostern sowie nach der Wahl eines neuen Papstes ausgesprochen. Der aus Argentinien stammende Pontifex hatte auch in der Vergangenheit immer wieder offene Grenzen für Flüchtlinge verlangt und auch schon einmal Aufnahmelager auf den griechischen Inseln mit „Konzentrationslagern“ verglichen. In seiner Weihnachtsbotschaft widmete er sich von der Loggia des Petersdoms vor 55 000 Gläubigen auf dem Platz auch den zahllosen Konflikten auf der Welt. „Möge Christus das Licht für die vielen Kinder sein, die unter dem Krieg und den Konflikten im Nahen Osten und in verschiedenen Ländern der Erde leiden. Er richtet das geschätzte syrische Volk auf, das immer noch kein Ende der Feindseligkeiten findet“, sagte der Papst.

Er erinnerte auch an den jahrzehntealten Konflikt im Heiligen Land, an die Proteste und Unruhen im Libanon und im Irak und an den blutigen Konflikt im Jemen. Mit Blick auf Afrika erwähnte er die Konflikte im Osten Kongos und beklagte die Angriffe „radikaler Gruppierungen“ in Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria. Er forderte Frieden in der Ukraine und eine Aussöhnung in Venezuela.

Die Kirchen in Deutschland haben an Weihnachten zu einem neuen gesellschaftlichen Miteinander aufgerufen. Egoismus als Lebensprinzip zerstöre die Gesellschaft, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, am Mittwoch in der Münchner Matthäuskirche. Er rief zudem zu einem neuen Lebensstil im Einklang mit der Natur auf. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ermahnte an Heiligabend die Menschen zu tätiger Solidarität.

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck warb für eine ökologische Umkehr und einen neuen, umweltfreundlichen Lebensstil. Die Menschen müssten sich heute reumütig und ehrlich eingestehen, „dass wir in vielfacher Weise gegen die Schöpfung gesündigt haben und weiterhin sündigen“, so Overbeck. Der Hildesheimer katholische Bischof Heiner Wilmer rief in einem ZDF -Fernsehgottesdienst am ersten Weihnachtstag dazu auf, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Dabei gehe es um den Einsatz „für die Welt, die Menschen, das Klima, das Wasser und für eine gerechte und friedliche Gesellschaft“, sagte Wilmer.


Liebe Grüße
Peter
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