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#1

Klima-Aktivisten wollen das Land lahmlegen

in Ausland und EU 17.09.2019 18:35
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Klima-Aktivisten wollen das Land lahmlegen
Protest So gehen die Unternehmen in der Region mit dem Streik-Aufruf um

Von Christian Grimm und Jonas Voss
Die viertgrößte Industriemacht der Erde soll in eine Zwangspause geschickt werden. Wenn die Jugendlichen am Freitag zu Hunderttausenden für den Kampf gegen die Erhitzung des Planeten auf die Straße gehen, wollen sie dieses Mal alle anderen mitreißen. Arbeiter, Angestellte und Rentner sollen sich ihnen anschließen. Die Pfarrer der evangelischen Kirchen werden dabei die Glocken läuten. Den gewöhnlichen Lauf der Dinge zu stören, ist das Ziel. Das Störmanöver soll die Bundesregierung unter Druck setzen, die gleichzeitig ihr großes Paket zum Klimaschutz berät und am 20. September vorlegen will.

„Wir wollen, dass das Land an diesem Tag innehält bis zu einem gewissen Grad“, sagt Linus Steinmetz. Der Schüler aus Göttingen ist einer der führenden Köpfe der „Fridays for Future“-Bewegung in Deutschland. In den Mittagsstunden soll „nichts anderes“ passieren, als die Demonstrationen in über 400 Städten in der Republik – von Hamburg bis München, von Aachen bis Zwickau. Die Schüler werden unterstützt von einem Bündnis von über 200 Organisationen.

Zum Auftakt der entscheidenden Woche kritisierten Aktivisten die Vorschläge von CDU und CSU zum Klimaschutz als viel zu zaghaft. Dennoch hat der CDU-Bundesvorstand gestern dem Konzept zugestimmt. Der politische Kompromiss soll Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz verbinden. „Wir brauchen klimafreundliche Technologien, wir wollen nicht immer mehr Verbote. Wir glauben nicht, dass Verzicht die Antwort ist“, meint Vize-Fraktionschef Andreas Jung. Der Abgeordnete ist einer der beiden Autoren des Klimaschutz-Katalogs mit Vorschlägen.

Wie stark die Masse der Demonstranten letztlich sein wird, hängt von den Unternehmen und der Verwaltung ab. Bislang fehlt den Klimastreiks die aktive Rückendeckung der Erwachsenen. Verdi-Chef Frank Bsirske appelliert an die Beschäftigten, die Arbeit niederzulegen und zusammen mit den Schülern auf die Straßen zu gehen. „Dem Klimawandel muss viel energischer begegnet werden als bisher: Er bedroht die Menschheit als Ganzes“, sagt er. Das Bündnis empfiehlt den Beschäftigten, kreativ zu sein, um sich vom Arbeitsplatz entfernen zu können. So könnte zum Beispiel die Mittagspause großzügig ausfallen, Überstunden abgebaut oder halbe Urlaubstage genommen werden.

In den Bundesministerien wird hingegen gearbeitet, selbst im Umweltministerium. „Wir haben die ‚Fridays for Future’-Demonstranten so verstanden, dass wir an dem Tag arbeiten sollen“, sagt der Sprecher von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD).

In der Region gehen die Unternehmen sehr unterschiedlich mit dem Streikaufruf um. Bei Audi in Ingolstadt „können sich Mitarbeiter und Auszubildende gerne in ihrer Freizeit an den Fridays-for-Future-Demonstrationen beteiligen“, erklärt die Konzernsprecherin Johanna Barth. „Das unterstützen wir mit der Möglichkeit, Stunden vom Zeitkonto abzubauen oder Urlaub zu nehmen.“ In Höchstädt verfährt man ähnlich, dort sitzt die Firma Grünbeck. „Wir haben in dieser Hinsicht nichts Konkretes geplant“, erläutert eine Sprecherin. Mitarbeiter, die streiken wollen, könnten entweder Urlaub nehmen oder Flex-Zeit in Anspruch nehmen. Und auch beim Roboterbauer Kuka in Augsburg gibt es keine geschenkte Streik-Zeit. Wie das Unternehmen mitteilt, können Kuka-Mitarbeiter „im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten kurzfristig Gleitzeit in Anspruch nehmen oder Urlaub beantragen“, wenn sie an der Fridays-for-Future-Aktion teilnehmen möchten.


Liebe Grüße
Peter
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#2

RE: Klima-Aktivisten wollen das Land lahmlegen

in Ausland und EU 21.09.2019 16:35
von Gelöschtes Mitglied
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Es ist erschreckend wie sich die Politiker von den Aktivisten erpressen lassen. Egal in welchen Land auch immer. Es herrschen bald nur mehr die laute Minderheit und die schweigende Mehrheit sieht blöd zu. Der Klimawandel beginnt nicht erst jetzt sondern schon vor gut 100 Jahren wobei es immer nur ums Geld ging nie um die Umwelt

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#3

Greta Thunberg mobilisiert

in Ausland und EU 21.09.2019 19:02
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Greta Thunberg mobilisiert in New York Zehntausende. Beim Auftritt der schwedischen Klimaaktivistin in den USA zeigt sich, wie sehr sie auch dort Jugendliche inspiriert. Die Begründerin der weltweiten Fridays-for-Future-Bewegung macht deutlich, dass sie sich nicht mit der Bewunderung Erwachsener abspeisen lassen will: "Dies ist nur der Anfang. Wir werden etwas verändern." Und sie ist nicht die einige, die etwas zu sagen hat. Thorsten Denkler berichtet aus New York.


Liebe Grüße
Peter
zuletzt bearbeitet 21.09.2019 19:04 | nach oben springen

#4

UN-Jugendklimagipfel

in Ausland und EU 21.09.2019 19:03
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

UN-Jugendklimagipfel in New York. Er findet im Vorfeld des UN-Klimagipfels und der mehrtägigen Generaldebatte der UN-Vollversammlung statt, die am Dienstag beginnt. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wird nach ihrem gestrigen Auftritt im Battery Park sowohl beim Jugendklimagipfel als auch vor den Vereinten Nationen sprechen.


Liebe Grüße
Peter
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#5

Klimapaket

in Ausland und EU 21.09.2019 19:05
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

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Angefügte Bilder:
Sie haben nicht die nötigen Rechte, um die angehängten Bilder zu sehen

Liebe Grüße
Peter
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#6

RE: Klimapaket

in Ausland und EU 21.09.2019 19:11
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Bild entfernt (keine Rechte)
Allein in München zählte die Polizei über 40 000 Teilnehmer an den Klimaprotesten.

Ein Protest geht um die ganze Welt
Bewegung Vor einem Jahr begann die Schwedin Greta Thunberg ihren Schulstreik für das Klima. Inzwischen schließen sich ihr Millionen nicht nur junger Menschen auf allen Erdteilen an. Die „Fridays-for-Future“-Demos waren vielerorts die größten seit Jahren. Auch in der Region

Stockholm/Augsburg Sie ist nicht da, sondern in Amerika. Dennoch erlebt Greta Thunberg in Schweden ein Heimspiel. Es ist wie ein Popkonzert. „Greta, Greta, Greta!“ – Tausende rufen in Stockholm den Namen ihres Idols. Dann erscheint Greta Thunbergs Gesicht live auf der riesigen Videoleinwand. Stockholm kreischt. Kollektiv gehen die Hände nach oben. „Heute ist ein historischer Tag“, sagt die Klima-Aktivistin. Stockholm jubelt.

Thunberg – beigefarbener Kapuzenpulli, das Haar ein bisschen wirr – meldet sich per Livestream aus New York, exklusiv für ihre Heimatstadt. Es ist nicht der Tag der großen Parolen: Kurz vor dem Klimagipfel der Vereinten Nationen holt sich Klima-Popstar Greta von ihren Fans einfach noch mal Unterstützung. „Hier in den USA ist es dasselbe wie in Europa: dieselben Ausreden, dieselben Lügen, nichts passiert“, sagt die 16-Jährige auf Schwedisch. Ihr Ziel beim Klimagipfel? „Druck machen, damit sich endlich etwas ändert.“

Thunbergs Augen wirken riesig, als sie sich von den zehntausend Demonstranten auf dem Medborgarplatsen im hippen Stockholmer Stadtteil Södermalm bejubeln lässt. Sonst zeigt sie wenig Regung, so kennt man sie. Trotzdem werden ihre Worte um den Erdball gehen – in 2600 Städten in fast 160 Staaten wurde an diesem Freitag die „Global Week for Future“ ausgerufen, die „Woche für die Zukunft“. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Greta Thunberg allein mit ihrem Klimastreik angefangen, diesmal streiken mehrere Millionen – in Australien, Afrika, aber auch in Deutschland. „Was wollen wir?“, ruft Thunberg von der Leinwand in Stockholm: „Klimagerechtigkeit!“ Sie möchte noch etwas wissen: „Wollt ihr weitermachen?“ Wie ein lauter Knall schallt es zurück: „Ja!“

Aus Gretas Protest mit ihrem Pappschild an jedem Freitag vor dem Schwedischen Reichstag ist spätestens seit dieser Woche eine weltweite Bewegung geworden. Auch in Afrika gingen tausende Menschen für den Klimaschutz auf die Straße, selbst im Kohleexportland Südafrika hielten junge Menschen Plakate mit Aufschriften wie „No future on a dead planet“ (Keine Zukunft auf einem toten Planeten) oder „Kohle tötet“ in die Kameras.

In Kapstadt wurden laut Veranstalter 2000 Demonstranten gezählt. Aus dem ugandischen Kampala oder dem kenianischen Nairobi und der ölreichen Niger-Delta-Region Nigerias wurden mit die größten bisherigen Umweltproteste gezählt. Im westafrikanischen Ghana organisierten Aktivisten laut dem britischen Sender BBC ebenfalls einen Protestmarsch. Die Regierung stellte es Schülern und Studenten frei, daran teilzunehmen. Sie müssen keine Konsequenzen befürchten. Im von Wüstenbildung bedrohten Senegal drängten junge Leute zu schnellem Handeln und forderten Klimagerechtigkeit. In Indien beteiligten sich am Freitag mehrere tausend Kinder und Jugendliche an den weltweiten Demonstrationen. Auch in London nahmen bis zu 100 000 Menschen an den Protesten teil, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, aus Brüssel meldete die Polizei 15 000 Demonstranten. In Paris zählte ein auf Ansammlungen spezialisiertes Forschungsunternehmen 9400 Teilnehmer.

Auch in Deutschland gingen nach Veranstalterangaben über eine Million Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße, die Polizei ging in offiziellen Schätzungen von mehreren hunderttausend aus. Allein 270 000 Menschen versammelten sich demnach in Berlin. Auf Plakaten waren Slogans zu lesen wie: „Ihr habt verschlafen, wir sind aufgewacht“, „Hört auf, uns zu verKOHLEn“, „Kurzstreckenflüge nur für Bienen“ oder „Dieser Planet wird heißer als mein Freund“. Vereinzelt wurden kurz Straßen blockiert, unter anderem in Frankfurt und Berlin.

In München sprachen die Polizei wie die Veranstalter von 40 000 Teilnehmern und verlängerten deswegen die Route für den Demozug durch die Innenstadt kurzfristig. Es war damit eine der größten Demonstrationen in München seit langem, größer als vor einem Jahr der Protest gegen das umstrittene bayerische Polizeigesetz. Auch in Augsburg mit über 6000 und in Kempten mit rund 2000 Teilnehmern zählte der Klimastreik zu den größten Protestzügen seit Jahren. (mit dpa, AZ)

Noch nie gingen in Afrika, wie etwa in Nairobi (Bilder von links nach rechts), so viele Menschen auf die Straße; auch Melbourne erlebt wie ganz Australien die größten Demonstrationen seit 20 Jahren. In Düsseldorf bauten die Klimaschützer gleich eine Art Karnevalswagen mit Ikone Greta Thunberg.


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Liebe Grüße
Peter
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