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Frühlingsgefühle der Katze

in Katzenhaltung 06.05.2019 16:11
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Frühlingsgefühle der Katze
Ratgeber Heftige Raufereien oder perfide Eroberungsspielchen: Was zwischen Katze und Kater abläuft, bis sich Nachwuchs einstellt, ist phänomenal

Frühjahr für Frühjahr wird darüber diskutiert, ob es eine Verpflichtung geben soll, dass alle Freigängerkatzen kastriert werden müssen. Hintergrund sind die vielen Katzenkinder, die jedes Jahr vermittelt werden müssen. Aber obwohl es immer wieder so viel Katzennachwuchs gibt, bekommt kaum jemand je eine Paarung zu sehen. Schade, denn das Verhalten von Mieze und Mikesch bis hin zur Eroberung ist spannend und voller Tücken.

Senden die Katzen im Frühling erste Liebessignale aus, beginnen unter den (unkastrierten) Katern hitzige Gefechte. Viele erleiden in dieser Zeit blutige Verletzungen und Bisse am ganzen Körper. Nachvollziehbar wäre das männliche Spektakel zumindest dann, wenn es bei den Damen der Schöpfung gut ankäme, wenn also der Sieger – so wie bei den Hirschen – zum Auserwählten gekürt würde. Dem ist aber nicht so, denn die paarungsbereite Katze lässt es völlig kalt, wer als tollster Hecht aus dem Ring steigt. Nicht selten entscheidet sie sich nach einem erbitterten Kampf der Titanen für den Kleinsten und Schmächtigsten der Rivalen, und die Muskelprotze haben das Nachsehen. Damit ist die Eroberung der samtpfötigen Prinzessin noch längst nicht abgeschlossen. Jetzt beginnt sie ein Spielchen, das dem Werber Hartnäckigkeit abverlangt. Sie bleibt stets in seiner Umgebung, springt aber mehrere Meter weiter, wenn er zu nahe kommt. Dann lockt sie ihn erneut zu sich und stellt somit sicher, dass er sich weiterhin um sie bemüht. So kann es tagelang gehen! „Kokettier-Flucht“ nannte der berühmte Katzenforscher Paul Leyhausen dieses Gehabe. Sie macht die Vorgaben, er muss folgen. Oder besser gesagt: Er darf folgen.

Ist das Weibchen schließlich definitiv bereit, zur Sache zu kommen, legt sie sich mit dem Bauch flach auf den Boden, zieht den Schwanz zur Seite und zappelt mit den Hinterbeinen. Der Kater klettert auf sie und packt sie mit seinen spitzen Zähnen im Nackenfell. Der Akt selbst dauert dann nur wenige Sekunden.

Plötzlich schreit die Katze laut auf, dreht sich schlagartig um und versetzt dem Kater kräftige Hiebe mit ihren Pfoten. Auch das hat einen Hintergrund, der von Mutter Natur sehr speziell eingerichtet wurde: Der Penis des Katers hat Widerhaken. Wenn er ihn aus der Vagina zurückzieht, ist das für die Katze schmerzhaft. Dieser Schmerzimpuls hat wiederum seinen biologischen Sinn, denn erst durch ihn wird der Eisprung der Katze ausgelöst. Eine Paarung zum falschen Zeitpunkt, also ohne folgende Schwangerschaft, gibt es im Reich der Samtpfoten also gar nicht.

Es kommt noch besser: Die Katze kann sich schon wenige Stunden später einen weiteren Liebhaber suchen, mit dem sie sich zusätzlich auf ein schnelles Abenteuer ohne viel Werbung einlässt. So kommt es vor, dass Katzenkinder eines Wurfes – meist sind es zwei bis fünf – von verschiedenen Vätern abstammen können. Sieh an.


Liebe Grüße
Peter
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