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Vorsicht vor Legionellen

in Haustechnik 19.12.2019 19:31
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Vorsicht vor Legionellen
Im warmen, stehenden Wasser in Leitungen können sich die Bakterien bestens vermehren. Aber mit ein paar kleinen Einstellungen kann man Gefahren für die Gesundheit ausschließen

Bei der Warmwasserbereitung Energie zu sparen ist das eine, eine ausreichende Wasserqualität zu gewährleisten das andere. Wer es übertreibt und die Temperatur im Warmwasserspeicher zu weit herunterregelt, riskiert aufgrund einer erhöhten Legionellen-Konzentration seine Gesundheit.

Legionellen sind Bakterien, die insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden können. Die Krankheitsbilder reichen von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Gesunden Menschen können Legionellen in der Regel nichts anhaben. Übertragen werden die Erreger durch das Einatmen von zerstäubtem, vernebeltem Wasser, das so in die Lunge gelangt. Mögliche Ansteckungsquellen sind vor allem Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder ähnliche Anlagen.

Wie so oft kommt es auch bei Legionellen auf die Dosis an. Als Umweltkeime sind sie natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser – allerdings in geringer Konzentration und daher unbedenklich. Gefahr droht, wenn sich die Legionellen stark vermehren. Das ist bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius der Fall. Bei 50 Grad und darüber werden die Bakterien dagegen abgetötet. Bei entsprechenden Temperaturen herrschen in Warmwasserleitungen ideale Wachstumsbedingungen. Vor allem an Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems – zum Beispiel im Bereich von Dichtungen – können sich die Legionellen gut vermehren. Um das zu verhindern, sollte das Wasser im Warmwasserspeicher auf mindestens 50 Grad erhitzt werden. In größeren Anlagen – ab drei Wohneinheiten – müssen es mindestens 60 Grad sein. In Mehrfamilienhäusern darf die Warmwassertemperatur im Leitungsnetz die 55 Grad-Marke nicht unterschreiten. Das Wasser im Speicher konstant auf 70 Grad zu halten, muss aber nicht sein und kostet nur unnötig viel Energie.

Ein erhöhtes Legionellen-Risiko bergen Duschschläuche und -köpfe von Badewannen, weil sie nicht oft in Gebrauch sind. Bevor man sich also unter eine selten genutzte Brause stellt, ist es ratsam, zunächst circa eine Minute lang heißes Wasser durch den Schlauch und den Duschkopf fließen zu lassen.

Eine weitere Gefahrenstelle sind sogenannte Totstränge. Diese entstehen, wenn bei Umbaumaßnahmen einzelne Zapfstellen – zum Beispiel Waschbecken – stillgelegt werden und dann in den Leitungen dorthin kein Wasseraustausch mehr stattfindet. Eine nicht mehr genutzte Nebenleitung sollte daher bis zum Abzweig von der Hauptleitung zurückgebaut werden.

Übrigens: Hausbesitzer mit mehr als drei Mietwohnungen müssen das Wasser mindestens alle drei Jahre von einer Fachfirma auf Legionellen untersuchen lassen. Für öffentliche Gebäude besteht eine Pflicht zur jährlichen Analyse. Keine gesetzlichen Vorgaben gibt es für Ein- oder Zweifamilienhäuser.


Liebe Grüße
Peter
Hedi hat sich bedankt!
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