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Gegen Melancholie und böse Geister

in Pflanzenschutz und Dünger 15.06.2020 16:33
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Die Wegwarte wächst gerne an sonnigen Weg- und Feldrändern
Zarte Schönheiten mit starker Wirkung – die Welt unserer heimischen Kräuter zu entdecken ist eine spannende Sache. Genau dazu haben wir Sie in unserer Serie einladen wollen, in der wir Ihnen in den vergangenen Wochen in regelmäßiger Folge bayerische Pflanzen vorgestellt haben, die nicht nur durch ihren lieblichen Anblick das Auge erfreuen, sondern für Körper und Seele mehr tun können. Brigitte Walde-Frankenberger war unsere Autorin, die Ihnen heute, zum Abschluss der Serie, die Wegwarte vorstellt.

Als kraftvolles Heil- und Zaubermittel hat die Wegwarte (Cichorium intybus) eine tausendjährige Tradition. Bereits 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wird die Pflanze in ägyptischen Papyri erwähnt, mit der Macht, böse Geister zu vertreiben. Der deutsche Name Wegwarte weist auf den Standort der Pflanze hin. Denn sie wächst mit Vorliebe an sonnigen Weg- und Feldrändern. Die zahlreichen Blüten haben eine wunderschöne blaue Farbe.Bild entfernt (keine Rechte)

Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und wird bis zu 1,20 Meter hoch. Sie ist in ganz Europa beheimatet. Die Wegwarte hat einen ganz eigenen Zeitrhythmus: Morgens um sechs Uhr öffnen sich die Blüten. Gegen Mittag schließen sie sich wieder. Dabei sind sie stets nach Osten hin der Sonne zugewandt. Wegen dieser Treue zur Sonne nannte der Gelehrte Albertus Magnus (1200–1280) die Pflanze „sponsa solis“, was übersetzt Sonnenbraut heißt. In der Heilkunde werden Blätter, Blüten und Wurzeln gebraucht. In den Monaten Juli und August wird die ganze blühende Pflanze gesammelt, gebündelt und im Schatten zum Trocknen aufgehängt. Die Wurzeln werden im Oktober ausgegraben, gereinigt, halbiert und an einem schattigen Ort getrocknet.

Die Wegwarte ist eine Bitterstoffdroge. „Bitter im Mund, für den Magen gesund“, heißt es im Volksmund. Ihre Bitterstoffe fördern die Gesundheit von Leber, Galle und Milz. Die Wegwarte ist eine der wenigen Pflanzen, die einen positiven Einfluss auf die Milz haben. Ärzte des Mittelalters sahen in der Milz den Sitz der schwarzen Galle, den sie „melancholé“ nannten. Und in der Tat ist die Pflanze auch ein Mittel bei Melancholie. Der Schweizer Kräuterpfarrer Künzle schreibt: „Sie ist heilkräftig in allen Teilen. Sie reinigt Magen, Leber und Nieren, treibt den Urin, ist sehr gut bei Fiebern, vertreibt überflüssige Galle, heilt die Gelbsucht.“ Neuere Untersuchungen ergeben, dass die Wegwarte Leberzellen regeneriert. Insgesamt ist die Wegwarte eine Heilpflanze, die unsere physische Energie aktiviert.

Wie aber kann die Pflanze nun konkret verwendet werden? Aus den Wurzeln, die geröstet und dann gemahlen werden, kann man einen Ersatzkaffee, den bekannten Zichorienkaffee herstellen. Und so bereiten Sie sich einen Tee zu: Ein Teelöffel Wurzel oder Kraut – auch als Mischung – wird mit kaltem Wasser übergossen, zum Sieden gebracht und etwa zwei bis drei Minuten gekocht und dann abgeseiht.


Liebe Grüße
Peter
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