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Das Gute bricht sich Bahn

in Gott und die Welt 12.06.2021 15:58
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Ein Baum, der ungehindert wachsen kann
Bild entfernt (keine Rechte)

Etwas, das wächst und sich ausbreitet, verändert sich laufend. Es muss sich immer wieder neu verstehen und leben lernen,
Das gilt auch für diesen markanten Baum unweit von Wirlings im Oberallgäu. Seit Jahrzehnten kann er sich frei entfalten. Gleichzeitig bietet er auch Schutz vor Wind und Wetter. Aktuell spendet er einer kleinen Kuhherde Schatten vor der Sommersonne.

Im Evangelium dieses Sonntags begegnet uns ein bekanntes Gleichnis. Jesus sagt: Das Reich Gottes ist wie ein Senfkorn. Einmal in der Erde gelandet, schlägt es Wurzeln und wird immer größer und größer. Für das Reich Gottes bedeutet dies, dass es klein anfängt; aber unaufhaltsam wächst es weiter und breitet sich aus.

Wir haben dieses Gleichnis schon oft gehört; schon oft verstanden; in leicht verdauliche Alltagsformeln gepackt. Alle Welt bemüht sich, jeden Tag offen durch die Welt zu gehen; jeden Tag in Bereitschaft, sich von diesem Reich Gottes neu überraschen zu lassen; dieses Gute, das Gott für die Welt grundgelegt hat, wachsen zu sehen und dafür auch zu kämpfen. Das kennen wir schon. Oder?

Etwas das wächst und sich ausbreitet, verändert sich laufend. Es muss sich immer wieder neu verstehen und leben lernen; auch wenn das bisweilen recht anstrengend sein kann. Das gilt auch für uns als Gesellschaft und Kirche: Wenn plötzlich Ungewohntes auftaucht, das auch zu diesem Reich Gottes gehören will. Wenn plötzlich fremde Menschen vor uns stehen; Menschen, die unsere Vorstellungen von Normalität in Frage stellen. Wenn die Natur uns signalisiert, dass unsere Lebensweise für sie untragbar geworden ist.

All das ist Teil unserer einen Welt; Teil unseres großen Senfbaumes, der Reich Gottes heißt. Und spätestens dann wird klar, dass ein Baum sein natürliches Wachstum nicht stoppen kann; auch nicht mit Argumenten wie „Ich habe aber keinen Platz für weitere Triebe“ oder „Wenn manche Äste zu wenig Wasser bekommen, dann hat das mit mir als Stamm nichts zu tun“ oder „Alle meine Blüten dürfen sich beim Begriff Blätter mitgemeint fühlen.“

Das Gleichnis vom Senfkorn kann uns ermutigen, Angst vor Veränderungen abzulegen und unsere Komfortzonen zu verlassen. Es lädt uns ein, genauer hinzuschauen, um das Leben mit Offenheit, Toleranz und Tatkraft mit zu gestalten.


Liebe Grüße
Peter
zuletzt bearbeitet 12.06.2021 15:59 | nach oben springen



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