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Finger weg von Fernost-Schnäppchen

in Fragen und Berichte: PC und Peripherie 24.04.2019 18:51
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Elektronik Funkkopfhörer für 7 Euro oder Beamer für 50 Euro: Solche Angebote aus Asien klingen verlockend, bergen aber große Risiken

Viele locken die oft fast unglaubwürdig niedrigen Preise für Handys, Technikzubehör, sonstigen Schnickschnack, aber auch Kleidung“, erklärt Thomas Moßburger vom Technikmagazin Chip . Das kann sich lohnen. „Doch sollten Verbraucher auch bei vermeintlichen Schnäppchen-Preisen ihr Gehirn angeschaltet lassen“, warnt der Experte.

Es komme immer wieder vor, dass Produkte nicht die in der EU geltenden Sicherheits- oder Umweltbestimmungen erfüllen, erläutert Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland. „Ein Großteil der Beanstandungen ist auf fehlerhafte Aufschriften, fehlende Sicherheitshinweise oder mangelhafte, schlecht übersetzte und unvollständige Bedienungsanleitungen zurückzuführen.“ Bei Stichproben stellten die Sachverständigen auch schlechte Verarbeitungsqualität, Fehler in mechanischen, elektrischen und elektronischen Bauteilen oder erhöhte Schadstoffwerte fest.

Achten sollten Verbraucher in jedem Fall auf die CE-Kennzeichnung. Sie zeigt an, dass ein Produkt auf den europäischen Markt gebracht werden darf. Fehlt das Zeichen oder ergibt sich ein Verdacht auf Marken- oder Produktfälschung, kann etwa der Zoll das Paket aufhalten und lässt es nach Rücksprache mit den zuständigen Marktaufsichtsbehörden vernichten oder sendet es zurück.

Bei elektronischen Geräten ist meist die Bundesnetzagentur zuständig. Die berichtet, 2018 bei rund 240 000 Produkten eingeschaltet worden zu sein; man habe in 87 Prozent der Fälle eine Nutzung in Deutschland untersagt. Insgesamt habe die Behörde 2018 den Verkauf von mehr als zehn Millionen Geräten in Deutschland verboten.

Fernost-Käufer tun außerdem gut daran, beim Betrieb von Geräten Risiken zu vermeiden, wie Tüv-Sprecher Diekmann betont: „Bei Geräten mit Akkus sollte man den ersten Ladevorgang nach wenigen Minuten unterbrechen und überprüfen, ob der Akku übermäßig heiß wird.“ Sollte das der Fall sein, darf man nicht weiter laden und sollte den Verkäufer kontaktieren, denn es drohe Brandgefahr. „Auch sollte man auf scharfe Kanten, schlechte Verarbeitungsqualität sowie untypische Gerüche oder Geräusche achten“, rät Diekmann.

Bei den verlockenden Schnäppchen bleibt es aber. Wie sollten Käufer also vorgehen? Thomas Moßburger rät zur Netzrecherche: Bewertungen im Internet könnten Hinweise darauf liefern, ob die jeweilige Seite bei Warenqualität, Versand und Support gut abschneide. Bewertungen könnten aber auch gefälscht werden. Man müsse sich zudem klarmachen, dass die Lieferung aus Fernost sehr lange dauern könne. Vier bis sechs Wochen seien keine Seltenheit, sagt Moßburger. „Viele China-Gadgets gibt es auch bei den üblichen Online-Händlern in Deutschland, wo der Verbraucher vielleicht ohnehin ein Konto hat und die Service-Modalitäten kennt.“

Wen auch der Zeitfaktor nicht abschreckt, dem rät Moßburger, zum Testen des asiatischen Händlers erst einmal ein sehr günstiges Produkt zu bestellen und nicht gleich ein teures. „Zudem sollte man sich immer fragen, ob der im Shop angegebene Preis realistisch erscheint: 150 Euro für ein Einsteiger-Smartphone aus China ist ein realistischer Preis – 10 oder 20 Euro nicht.“ Sven-Hendrik Hahn, dpa


Liebe Grüße
Peter
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