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#1

Wort zur Woche

in ev. Gemeindeleben 23.03.2019 18:46
von Peterbacsi • Admin | 3.578 Beiträge

Du siehst aber gar nicht gut aus!
Mag sein, dass es fürsorglich gemeint war. Aber nichts bringt mich so aus der Spur wie diese Art der Fürsorge: „Du siehst aber gar nicht gut aus!“ Ertappt fühle ich mich und will im Boden versinken. Denn „gut aussehen“ ist Pflicht – nicht nur bei den Klamotten! Um die Ausstrahlung geht’s, und die muss frisch sein. Alles andere muss gut kaschiert werden und braucht keiner wissen. Der Kampf mit einer Krankheit, die man nicht sieht. Eine Sorge, die nicht so leicht zu erklären ist. Die Erschöpfung eines Menschen, der aus der Spur gekommen ist. Sollte das nicht besser alles versteckt werden hinter undurchlässigen Lächeln? Aber so ist das Leben: Wir werden nicht immer gut aussehen. Wir kommen auf Strecken, wo man uns die Mühe ansieht, ja, die nackte Angst, es nicht durchzuhalten. Ein uralter, geheimnisvoller Text der Bibel erzählt im Buch Jesaia von einer „Passionsgestalt“. Beschrieben wird einer, den keiner anschauen will. Ein Mensch der Schmerzen. Einer, dessen Aussehen verstört, und vor dem man sich lieber abwendet. „Wir hielten ihn für den, der von Gott


geschlagen ist!“ Strafe von ganz oben also. Wer wollte Gott da schon ins Handwerk pfuschen? Doch dann gilt plötzlich etwas Anderes. Mit der Autorität eines Regierungssprechers
kündigt der Prophet Jesaia für diese Jammergestalt an: „Weil er sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben!“ Und: „Durch seine Erkenntnis wird er vielen Recht schaffen!“
Gott stellt sich auf die Seite derer, die nicht gut aussehen und nicht immer strahlen können. Er hat seinen Plan mit ihnen. Er braucht sie. Seine Wege führen durch Schmerzen und Ängste – aber ins Licht. Viele haben genau diese biblische Aussage in der Person Jesu verwirklicht gesehen. Bis Ostern gehen sie seinen Weg Jahr für Jahr mit. Als gute Übung und als Training der Hoffnung. Passionsgestalten gibt es seit Jesus viele. Irgendwann kann es uns treffen. Dann gilt´s. Dann muss Gott zeigen, dass er Kraft hat, uns wieder ans Licht zu führen.


Liebe Grüße
Peter
Hedi hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 23.03.2019 18:51 | nach oben springen

#2

RE: Wort zur Woche

in ev. Gemeindeleben 13.04.2019 11:29
von Peterbacsi • Admin | 3.578 Beiträge

Brüder und Schwestern

Charles Spurgeon war einer der bekanntesten Prediger des 19. Jahrhunderts.

Tausende kamen jeden Sonntag zu seinen Predigten in das Londoner Tabernakel mit seinen 5000 Sitzplätzen. Als er als Jugendlicher zum ersten Mal am Abendmahl teilnahm, empfand er die steife Feierlichkeit als seltsam. Kurzerhand sprach er den neben ihm sitzenden älteren Herrn an. Der entgegnete kühl: „Ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen.“ Spurgeon erwiderte: „Sie kennen mich nicht? Ich bin doch einer von Ihren Brüdern. Als ich soeben Brot und Wein nahm, dachte ich daran, dass wir ja eins sind in Christus – Sie nicht?“ Der Mann war verblüfft von dem fröhlich gelebten Glauben des jungen „Bruders“, und sie wurden lebenslange Freunde.

Ich liebe Abendmahlfeiern, weil ich da auch gerade das empfinde: Wir gehören alle zusammen, die Jungen und die Älteren, die Armen und die Reichen, die mit viel Zweifeln und die mit wenig Zweifeln, die Friedlichen und die mit Wut im Bauch. Wir Christen und Christinnen sind eins, nicht weil wir uns immer besonders gut verstehen, sondern weil Jesus Christus uns zu Geschwistern macht. Er bringt Leute zusammen, die sich sonst fremd wären und bringt das zustande, was kein Mensch schafft: Das Gefühl der Einheit über alle Unterschiede hinweg.

Wenn wir vorne am Altar stehen, ganz unterschiedliche Menschen, haben wir alle teil am Leib und Blut von Jesus Christus. Wir alle kommen als Bettler und Bedürftige, wie es Luther ausgedrückt hat. Wir brauchen von Gott Zuwendung und Vergebung. Wir alle werden gestärkt, bekommen Lebensmut, Vergebung, Kraft und Liebe.

Ich freue mich auf die Abendmahlsfeiern, die sich in der Passions- und Osterzeit und bei den Konfirmationen häufen, weil ich da meine Brüder und Schwestern - nämlich Sie – treffen werde und da die Einheit erfahre. Und dann wollen wir uns ansprechen und als Schwestern und Brüder erkennen. Wir wollen uns freuen, dass wir zur Familie Gottes dazugehören - über alle Konfessionsgrenzen hinweg. „Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn vertraut!“ (Psalm 34,9)


Liebe Grüße
Peter
Hedi hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 13.04.2019 11:31 | nach oben springen


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