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Ein schützendes Dach für Wildtiere

in Kräutergarten Innengebiet 23.11.2020 16:31
von Peterbacsi • Admin | 3.590 Beiträge

Buchenwälder galten als heilige Orte. Die Baumfrüchte waren einst ein geschätztes Nahrungsmittel. Worin heute ihr großer Nutzen liegt

Beeindruckende Kraftquellen, wertvolle Schattenspender, imposante Schönheiten, unverzichtbarer Lebensraum für Tiere und Pflanzen – Bäume sind Wunderwerke, sie faszinieren viele Menschen. Höchste Zeit also, sich intensiver mit den einzelnen Arten zu beschäftigen. Autorin dieser Serie ist Brigitte Walde-Frankenberger. Dieses Mal dreht sich alles um die Rotbuche.


Der mächtige Baum liebt den Schatten und die Dämmerung. Die Buche raubt anderen Bäumen das Licht. Kastanien, Linde, Ahorn und Eiche haben nur am Waldrand eine Möglichkeit zu wachsen. Frühjahrsblüher wie das Buschwindröschen, Leberblümchen und Himmelsschlüssel müssen sich mit der Blüte beeilen, denn sobald die Buche ihr Blätterdach geschlossen hat, wird es dunkel am Waldboden. Hingegen ist die Buche ein schützendes Dach für alle Wildtiere. Zur Zeit der Kelten und Germanen gab es viele große Buchenwälder. Die Buche war der Göttin Frigg, Gattin Odins, Trägerin des Lebens und Behüterin der Ehe und Fruchtbarkeit geweiht. Buchenwälder waren geprägt von Stille und Schatten. Es waren heilige Orte. Und die Druiden glaubten, in dem Rauschen der Blätter, die Götter zu vernehmen.

Das Wort „Buch“ entstand, als die Schriftstücke aus zusammengesetzten Buchenbrettchen bestanden. Gutenberg machte seine ersten Druckversuche mit aus Buchenholz geschnitzten Lettern. Daher mag der Name Buchstabe kommen.
Bild entfernt (keine Rechte)
Man findet sie in ganz Europa. Sie liebt nährstoffreiche und gut durchlüftete Standorte, kann sich aber auch an Sandstein und trockene Kalkböden anpassen. Auf der Schwäbischen Alb wachsen auch heute die schönsten Buchenwälder.

Im Stadtwald Augsburg ist eine große Anzahl der verschiedensten Baumarten, worunter auch die Rotbuche vertreten ist. Die Buche wird bis zu 45 Meter hoch und kann 300 Jahre alt werden.

Die Rinde ist in der Jugend graubraun, im Alter silbergrau und glatt, das Holz ist rötlich und feinporig. Rinde und Holz werden in den Monaten Februar und März, die Früchte (Buchecker) von August bis Oktober geerntet. In der Volksheilkunde sind die Heilkräfte der Buche praktisch in Vergessenheit geraten. Dagegen nutzt der Bauer Rinde, Holz und Früchte (Buchecker). Buchecker waren schon immer ein hochgeschätztes Nahrungsmittel, denn sie sind sehr ölhaltig (45 Prozent fettes Öl). In Kriegszeiten gingen ganze Familien in die Wälder, um Buchecker für das begehrte Öl zu sammeln. Und den Bauern dienten die Buchecker als ein hochwertiges Tierfutter. Im Herbst trieben sie ihre Schweine in die Buchenwälder, um sie zu mästen. Auch heute noch nimmt der Bauer glimmende Buchenspäne, um die aufgehängten Fleisch- und Fischstücke zu räuchern. Sie werden dadurch haltbar und erhalten einen würzigen Geschmack.

Was früher als erstklassiges Brennholz galt, wurde inzwischen auch zu einem wichtigen Nutzholz. Bauschreinerei, Zimmerei und Möbelindustrie brauchen das harte und dauerhafte Buchenholz für verschiedene Zwecke. Parkettböden, Kanthölzer, Kinderspielzeug werden heute aus Buchenholz hergestellt.

Das UNESCO-Welterbekomitee hat 2011 fünf großflächige Buchenwaldgebiete in Deutschland in die Liste des Welterbes aufgenommen.


Liebe Grüße
Peter
zuletzt bearbeitet 23.11.2020 16:42 | nach oben springen



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